Angebot

Boxen als Therapie

Ein regelmäßiges und vernünftig betriebenes Sporttraining macht fit und hält langfristig gesund. Das ist nichts Neues. Aber dass Sport - insbesondere Kampfsportarten - Aggressionen abbauen und Aggressionshemmungen lösen helfen kann, hat sich noch nicht herumgesprochen. Leider. Dabei wäre gerade bei der heutigen Jugend und den zunehmenden Verhaltensstörungen - ansteigende Gewaltbereitschaft, Konfliktunfähigkeit u.v.m. - ein Gegensteuern notwendig.

 

Das Boxen ist auf den ersten Blick in diesem Kontext eine ungewöhnliche Methode, wird in der Praxis aber immer öfters praktiziert. Der allgemeine Stellenwert des Boxens ist einheitlich niedrig und klischeebehaftet. Bei genauer Betrachtung der gesamten Trainingsstruktur und der sozialen Komponenten, ein idealer Ansatz für orientierungslose, delinquente und verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche.

 

Beim Boxen gibt es feste Regeln und Rituale. Den Teilnehmenden wird zur Festigung ihrer inneren Struktur eine Routine antrainiert. Die Grenzen und Regeln des Boxens sind einfach und für jeden unmittelbar zu verstehen. Die Boxgemeinschaft ist egalitär, das heißt, das alle Mitglieder gleich behandelt werden, und sich Regelkonform zu verhalten haben.

 

Das Boxtraining besteht aus Aufwärmübungen (Ballspiele), Gymnastik, Ausdauertraining, Koordinationsübungen (Schlag- und Schrittfolgen am Sandsack), Boxschule (gemeinsames einstudieren von Kampfsequenzen) und abschließender Entspannungsgymnastik.


Grenzen und Regeln werden vermittelt.
 

Das Ausüben dieser Körperkunst "Boxen" ist eine Fixierung auf den eigenen Körper. Dieser wird als ausgesprochen Wichtiges und "Schützenswertes" angesehen und eine gesundheitsbewusste Lebensweise wird gefördert.

Respekt und Toleranz, auch vor dem vermeintlich Schwächeren, ist oberste Priorität.

Über diese sportliche Arbeit (Boxer sprechen in diesem Zusammenhang von Arbeit), in der der Körper und die Körperlichkeit im Mittelpunkt stehen, erfahren die jungen Sportler, dass soziale "Randständigkeit" nicht mit Wertlosigkeit einhergehen muss.

In den Trainingseinheiten werden bei Kindern und Jugendlichen Leistungsgrenzen und Leistungsbereitschaft herausgefordert.